Umsetzung

Die Stiftung für Nephrologie als Träger hat das stiftungseigene Wissenschaftliche Institut für Nephrologie (WiNe) als Betreiber des Deutschen Lipidapherese-Registers beauftragt. Dem WiNe steht beratend und prüfend ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite, der sich aus den Reihen der AG Apherese im Dezember 2011 konstituiert hat. Mit der technischen Abwicklung wurde die Firma BioArtProducts GmbH (BAP) in Rostock beauftragt. Von hier aus ist auch eine technische Hotline für die teilnehmenden Zentren eingerichtet.

Die Behandlungsdaten werden die teilnehmenden Zentren über eine gesicherte Internet-Plattform in eine gut strukturierte und einfach zu bedienende Maske eingeben.
Die Daten werden bereits bei der Eingabe durch das Zentrum pseudonymisiert und durchlaufen automatisch eine erste Plausibilitätsprüfung. Das eingebende Zentrum kann ausschließlich seine eigenen Daten einsehen und bei Bedarf aus der Datenbank abrufen. So können dann elektronisch und damit sehr bequem die Verlängerungsanträge an die zuständigen KV-Kommissionen gestellt werden. Die entsprechenden Antragsmasken werden derzeit mit allen KVen abgestimmt und kurzfristig zur Verfügung stehen.
Der technische Dienstleister (BAP) erstellt nach den Vorgaben des Betreibers regelmäßig zusammenfassende Berichte. Nach Prüfung und Wertung durch den wissenschaftlichen Beirat leitet der Betreiber (WiNe) diese weiter an den G-BA und die teilnehmenden Zentren.
Die Auswertung der pseudonymisierten Daten könnte für alle Patienten oder für ausgewählte Gruppen folgende Fragen bearbeiten:
  • Durchschnittliche Höhe der Lipoproteine
  • Durchschnittliche Absenkraten der Lipoproteine
  • Art und Häufigkeit von Nebenwirkungen und Komplikationen
  • Verteilung der Begleitmedikation
  • Art und Anzahl von kardialen und extrakardialen Gefäßereignissen pro Jahr unter Apherese und ohne Apherese (anamnestisch)
  • Darstellung der Lipidologischen Diagnosen und der Komorbiditäten
In einer Pilotphase haben sieben größere Apherese-Zentren Erfahrungen gesammelt, die in die aktuelle Version des Registers eingeflossen sind.
Ergänzend ist später ein Benchmarkingsystem geplant, ähnlich dem System in der Qualitätssicherung Dialyse. Die Untersuchung der Effektivität von verschiedenen Apherese-Verfahren ist nicht geplant und wird im Rahmen des Registers auch nicht möglich sein.
Die erhobenen Daten können in einem zweiten Schritt auch einer Qualitätssicherung dienen, die über die „Absenkraten“ hinausgehen. Die Forderung einer adäquaten und bundeseinheitlichen Vergütung ist eine logische Konsequenz zu diesem Vorgehen.

Alle datenschutzrechtlichen Vorschriften sind erfüllt. Eine Rückverfolgung aus dem Datenpool auf einzelne Patienten ist weder dem Träger noch dem Betreiber oder dem Dienstleister möglich. Jedes teilnehmende Zentrum kann seine eigenen Daten abrufen und praxisintern dekodieren.

  

Verband Deutsche Nierenzentren e.V.

Fachverband der vertragsärztlich tätigen Fachärzte für Hochdruck- und Nierenkrankheiten in Deutschland. mehr>>